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Pareto-Prinzip beim wissenschaftlichen Ghostwriting

Die verallgemeinerte Faust-regel lautet dabei: Je mehr Input eingebracht wird, desto höher ist der dadurch resultierende Output. Dies ist jedoch nicht immer der Fall. Der folgende Artikel verdeutlicht Dir diesen Hintergrund und zeigt Dir, wie Du dieses Prinzip für Deine wissenschaftliche Arbeit anwenden kannst.

Pareto-Prinzip beim wissenschaftlichen Schreiben
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16.03.2024

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Alexander Bommer

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Generell besteht die Gefahr der inhaltlichen Oberflächlichkeit, der fehlenden Aussagekraft sowie der Nachvollziehbarkeit, bzw. Erkennbarkeit der KI durch Dritte (wie einen Prüfer).

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Input-Output-Verhältnis

3. Stellschrauben bei wissenschaftlichen Arbeiten

4. Fazit

Einleitung

Kennst Du das Pareto-Prinzip? Pareto ist kein Kartenspiel, sondern eine Umsetzung und Form der Produktivität. Die Produktivität beschreibt das Verhältnis zwischen dem Input und dem Output. Die verallgemeinerte Faust-regel lautet dabei: Je mehr Input eingebracht wird, desto höher ist der dadurch resultierende Output. Dies ist jedoch nicht immer der Fall, der folgende Artikel verdeutlicht Dir diesen Hintergrund und zeigt Dir, wie Du dieses Prinzip für Deine wissenschaftliche Arbeit anwenden kannst.

Input-Output-Verhältnis

Um den Sachverhalt transparenter darzustellen, schauen wir uns ein gedankliches Beispiel in Form von Schulnoten an. Dazu wurden Schüler unterschiedlicher Klassen und Schulen befragt. Die Gesamtauswertung wies dabei auf dasselbe Ergebnis hin:

Fall 1

Für die Noten 4 oder 3 einer schriftlichen Arbeit lernten die Schüler im Durchschnitt zwei Stunden.

Fall 2

Für die Note 2 derselben Arbeit lernten Schüler durchschnittlich vier Stunden.

Fall 3

Für die Note 1 derselben Arbeit lernten die Schüler im Schnitt bis zu acht Stunden.

Der Effekt lässt sich dabei auf sämtliche Schulfächer übertragen. Diese Auswertung zeigt, dass eine etwas schlechtere Note (zum Beispiel die Note 3) mit doppelt so wenig Aufwand wie eine etwas bessere Note (zum Beispiel die Note 2) erzielbar ist. Dieses Beispiel veranschaulicht den Effekt von Pareto. Pareto bezeichnet folgende Regel, welche unsere Faustregel der Produktivität ergänzt:

Mit 20% des Aufwandes lässt sich 80% des Ergebnisses erzielen.

Ein weiteres Beispiel ist das Erstellen einer PowerPoint Präsentation für einen Kunden oder den Vorgesetzten. Entscheidend sind in erster Linie die Kernaussagen der einzelnen Folien sowie die Struktur der gesamten Präsentation. Diese Vorgaben sind mit einem minimalen Zeitaufwand umsetzbar. Jene Aktivitäten in diesem Beispiel, die besonders viel Zeit in Anspruch nehmen, sind folgende:

• Anpassung der Formate

• Fußnoten 

• Detailänderungen in Bezug auf die Wortwahl oder Farbe einer Grafik

Die genannten Änderungen sind in erster Linie nicht entscheidend, sondern tragen zu einem schöneren Erscheinungsbild bei. Des Weiteren kosten diese Änderungen auf sämtlichen Folien viel mehr Zeit als das Aufstellen des groben roten Fadens. An dieser Stelle möchten wir natürlich nicht dazu aufrufen, fortan schlecht formatierte Folie mit drei unterschiedlichen Schriftarten zu erstellen. Wir empfehlen nur, bei der Anpassung des Formats nicht zu zimperlich zu sein. Dem Kunden fällt zum Beispiel in erster Linie auf, ob Du die Präsentation rechtzeitig zur Verfügung gestellt hast.

Das Pareto-Gesetz ist zugegebenermaßen nicht auf jeden Sachverhalt im alltäglichen Leben anzuwenden – wie zum Beispiel das Rasenmähen. Wenn wir nur die Hälfte mähen, also 50% des Inputs einbringen, erreichen wir auch nur 50% des Outputs (der gemähten Fläche).

Stellschrauben bei wissenschaftlichen Arbeiten

Pareto lässt sich wunderbar auf alle wissenschaftlichen Facharbeiten anwenden. Dazu eine kleine Anekdote:

Von meiner Studienzeit habe ich noch besonders gut die Bachelorarbeits-Phase in Erinnerung. Während eine Kommilitonin jeden Tag wie wild die Finger auf die Tasten ihres Laptops haute, blieb ich relativ gelassen. Während sie nach drei Wochen bereits 15 von 60 Seiten geschrieben hatte, stand ich bei gerade einmal zwei Seiten – eine Seite davon war die saubere Gliederung, welche ich zuvor eingehend mit meinem Betreuer abgestimmt hatte. Zunächst sieht es danach aus, dass meine Kommilitonin mehr als rechtzeitig und womöglich mit einer besseren Note die Bachelorarbeit abschließt.

In den darauffolgenden Wochen sollte sich jedoch etwas Anderes abzeichnen. Während meine Kommilitonin von ihrer Betreuerin dreimal angewiesen wurde, gewisse Seiten zu streichen, hatte ich von meinem Betreuer Rückenwind. Insgesamt hat meine Kommilitonin 20 Seiten streichen, beziehungsweise neu schreiben müssen. Ich dagegen null Seiten. Zum Schluss sind wir in etwa gleich schnell fertig geworden, ich hatte jedoch keine Eile. Sie dagegen wendete zwei Nächte auf und schränkte sich am Wochenende erheblich ein.

Der Grund für meine Gelassenheit war die genaue Absprache mit meinem Betreuer zu Beginn. Basierend auf diesem Gespräch wusste ich haargenau, wo ich welchen Fokus setzen muss und wo die Aufmerksamkeit des Betreuers über-schaubar blieb. Anhand dieser Besprechung konnte ich beispielsweise erfahren, dass mein Betreuer besonderen Fokus auf die Einleitung, den Schluss und das Quellenverzeichnis legt. Die mittleren Passagen, einzelne Fußnoten oder Begriffsdefinitionen interessierten ihn dagegen eher nicht. Daher habe ich verhältnismäßig viel Aufwand in den Anfang, Schluss und in die Quellenverzeichnisse gesteckt. Insgesamt machen diese drei Kapitel 6 Seiten von insgesamt 60 Seiten aus.

Das bedeutet, dass ich bei 10% der Bachelorarbeit viel Zeit investiert habe und bei den restlichen 90% der Bachelorarbeit erhebliche Einsparungen einfahren konnte.

Meine Kommilitonin dagegen setzte auf jede Seite gleich viel Wert und wurde noch mit dem Kürzen zahlreicher Seiten bestraft. Unter dem Strich wendete sie also weitaus mehr Zeit für das Schreiben der Bachelorarbeit auf als ich. Zu dem Schluss kam dann die größte Überraschung: Die Benotung. 

• Note meiner Kommilitonin: 2,5

• Note von mir: 1,5

• Differenz der beiden Noten: 1,0

Fazit & Empfehlungen

Diese erhebliche Differenz der Benotung der Bachelorarbeit kommt zustande trotz anfänglicher Bemühungen und frühem Eifer meiner Kommilitonin. Daher tue Dir einen Gefallen und fokussiere Dich auf die wichtigsten Punkte der Bewertung Deiner Arbeit. Danach kannst Du immer noch zwischen Perfektionismus und Pareto entscheiden. Wie Du die wichtigsten Stellhebel Deiner Hausarbeit, Projektarbeit, Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Doktorarbeit erfährst, zeigen wir Dir gerne persönlich und individuell. Kontaktiere uns daher gerne hier.

Pareto ist kein Kartenspiel, sondern eine Umsetzung und Form der Produktivität. Die Produktivität beschreibt das Verhältnis zwischen dem Input und dem Output.

Malte Schuller

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